Den
Garten des Paradieses betritt man nicht mit den Füßen, sondern
mit dem Herzen.
(1091 - 1153),
französischer Zisterzienser-Abt und Theologe
20. August - Hochfest Bernhard von Clairvaux
WER WAR unser Ordensvater, der heilige
Bernhard von Clairvaux
(Quelle www.stift-heiligenkreuz.org)
Mystiker und Werbestratege
Im Jahre
1090 wurde Bernhard von Fontaine aus ritterlichem Geschlecht unweit von Dijon
geboren. Wenn Bernhard auch eine gläubige Erziehung zuteil wurde, so genoss er
doch das Leben in vollen Zügen, ehe er plötzlich 1112 an der Pforte des
strengen Reformklosters von Cîteaux um Aufnahme bat. Bernhard muss eine
unglaublich anziehende Persönlichkeit gewesen sein, denn er kam nicht allein:
Dreißig seiner Gefährten und Verwandten hatte er zum Eintritt in den Orden
überredet.
Dieser
Zustrom von Berufungen war der Aufschwung für das dahinwelkende Cîteaux. Von da
an erlebte der Orden eine ungeahnte Blüte, sodass Bernhard mit Recht nach den
Vätern Robert, Alberich und Stephan als der zweite Gründer angesehen werden
kann.
Eine Explosion von
Klostergründungen
Bereits
1115 wurde Bernhard als Abt zur Neugründung des Klosters Clairvaux ausgesandt.
Damals war Bernhard 25 Jahre alt. Das Abtsamt sollte er bis zu seinem Tode 38
Jahre lang zum Segen für Clairvaux, den Zisterzienserorden und die ganze Kirche
ausüben. Bald zählte die Gemeinschaft in Clairvaux 700 Mönche, sodass man in
ganz Europa neue Klöster zu gründen begann.
Als
Bernhard 1153 starb, waren allein von Clairvaux aus 67 Klöster gegründet
worden, insgesamt zählte der Zisterzienserorden 343 Klöster im ganzen bewohnten
Erdkreis. Darunter befand sich auch das 1133 gegründete Heiligenkreuz. Bernhard
war eine begeisternde, anziehende und mitreißende Persönlichkeit. Sein
schärfster Widerstand galt dem bisher dominierenden cluniazensischen Mönchtum,
dessen Luxus und Untreue zur Benediktsregel er heftig kritisierte.
Eine mitreißende
Persönlichkeit im Dienst der Kirche
Bernhard
lebte die Askese, die er von seinen Mönchen verlangte, selbst so entschieden,
dass er sich durch seine Härte und sein stetes Fasten ein unheilbares
Magenleiden zuzog, dem er schließlich auch erliegen sollte. Sein scharfer Geist
und seine feurige Art machten ihn zur einflussreichsten Persönlichkeit des
Jahrhunderts: Er bereitete Synoden und Konzilien vor, kämpfte gegen Irrlehren
und bekämpfte heftig den Rationalismus des Petrus Abaelard. Als es zwei Päpste
gab, verschaffte er dem rechtmäßigen die Anerkennung, kritisierte aber auch
scharf die Verweltlichung des römischen Papsttums und predigte mit großem
Erfolg den zweiten Kreuzzug.
Bernhard predigt den
Kreuzzug
Bernhards
suggestive Kraft war so stark, dass sogar die Menschen in Deutschland sich von
seiner Predigt mitreißen ließen, obwohl sie seine Sprache nicht verstanden.
Selbst der deutsche König Konrad III. ließ sich zu Weihnachten 1146 im Dom von
Speyer von der Kreuzzugspredigt Bernhards begeistern und heftete sich das Kreuz
der Kreuzfahrer an.
Als dann
der Kreuzzug, zu dessen Teilnahme Bernhard in ganz Europa aufgerufen hatte,
durch Korruption und Fehlplanung kläglich scheiterte, nahm er demütig die
Schuld dafür auf sich.
Zwischen Kloster und
Politik
Mit
Entschiedenheit verteidigte er die Juden, als es in den rheinischen Landen zu
grausamen Verfolgungen und Untaten kam: "Sie sind lebende Bilder der
Leiden des Herrn." Wohin Bernhard kam, strömte das Volk zusammen, um den
schmalen Mönch in der abgetragenen Kutte zu sehen.
Vor allem
aber wollte Bernhard seinen Mönchen Abt und Vater sein. So beklagte er heftig,
dass er im Auftrag von Papst und Bischöfen soviel außerhalb des Klosters in der
Welt herumziehen musste. Sein hohes Ideal war das Leben der Gottesliebe in der
Abgeschiedenheit des Klosters. Dafür konnte er derart viele junge Männer
begeistern, dass er als "der Schrecken der Mütter und jungen Frauen"
galt. Seinen Mönchen predigte Abt Bernhard ohne Unterlass von den hohen Werten
des Glaubens; über 300 seiner Predigten, eine Reihe von Abhandlungen und 545
Briefe geben davon Zeugnis, dass Bernhard mit Recht von der Kirche als
Kirchenlehrer verehrt wird.
Die Entdeckung der
"Menschlichkeit" Christi
Im
Mittelpunkt seiner Liebe steht Jesus Christus. Bislang verehrte man Christus
vor allem im Bild des unnahbaren Weltenherrschers, nun verlagert Bernhard die
Akzente, indem er das konkrete Menschsein Christi verehrt. Die Niedrigkeit des
menschgewordenen Gottessohnes, sein Hinabsteigen in die Krippe, in die
Entbehrungen des menschlichen Lebens, in die Qual des Kreuzes - das entflammt
die Liebe Bernhards: "Jesus kennen, Jesus den Gekreuzigten, das ist der
Kern meiner Philosophie." Daher wird Bernhard gerne dargestellt, wie der
Gekreuzigte sich zu ihm hinabneigt und ihn liebevoll umarmt. Die meisten Statuen
zeigen ihn mit den Leidenswerkzeugen.
Die
Christusfrömmigkeit Bernhards ist sehr affektiv, gemütsbetont und emotional,
sein Predigt- und Redestil ebenso, sodass er später als Doctor mellifluus, als
honigfließender Lehrer, tituliert wird. Von der Verehrung der Menschlichkeit
Christi ist es ein logischer Schritt zu Verehrung der jungfräulichen Mutter
Maria. Sie ist das Aquædukt, die Wasserleitung, durch die uns Christus
zugekommen ist, durch die uns folglich auch heute alle Gnade zufließt.
Bernhards Marienminne war von glühender Begeisterung.
Ein Kirchenlehrer im Kampf
gegen Abaelard
Sein
Denken kreist vor allem um die Heilige Schrift und ihre Auslegung: das Ziel ist
die Erfahrung Gottes und seiner Liebe mit dem Verstand und dem Herzen.
Theologische Neuerungen sind ihm suspekt, da er selbst ganz aus der
tausendjährigen Tradition der Kirchenväter schöpft.
Die
aufbrechende rationelle Theologie, wie sie ihm in Abælard entgegentritt, wird
Bernhard daher mit allen Mitteln bekämpfen.
Ein Adler, der in die Sonne
blickt
Bernhard
nannte sich selbst Mariens getreuer Bernhard. Noch heute sieht man im Fußboden
des Domes von Speyer in goldenen Lettern die Anrufung eingelassen: "O
clemens, o pia, o dulcis Virgo Maria", die Bernhard dort während eines
Gottesdienstes spontan an das Salve Regina angefügt haben soll.
Von den
Anstrengungen seines mönchischen und kirchenpolitischen Wirkens aufgerieben,
hager und abgemagert, starb Bernhard von Clairvaux am 20. August 1153 in seinem
Kloster. Seine Mönche mussten ihn in aller Heimlichkeit begraben, da sie sonst
der Menschenmassen nicht hätten Herr werden können, die den Heiligen noch ein
letztes Mal sehen wollten. Schon 1174, einundzwanzig Jahre nach seinem Tod, hat
die Kirche Bernhard heilig gesprochen. Später haben große Geister wie Thomas
von Aquin und Dante Alighieri, aber auch Martin Luther, ihren Respekt und ihre
Verehrung für Bernhard zum Ausdruck gebracht. Das schönste Lob aber hat ihm
wohl die heilige Hildegard von Bingen in einem Brief von 1146 gemacht: "Du
bist Sieger in deiner Seele und richtest andere zum Heile auf. Du bist der
Adler, der in die Sonne blickt."
"Blicke auf zum Stern des
Meeres"
Der eindrucksvollste Text
des heiligen Bernhard über Maria
Bernhard wird wegen seiner Liebe zur
Gottesmutter Maria oft „Doctor marianus“ genannt; hier sein glühendster
marianischer Text:
„Erheben
sich die Stürme der Versuchung, befindest du dich inmitten der Klippen der
Trübsale, blicke auf zum Stern des Meeres, rufe Maria zu Hilfe! Wirst du auf
den Wogen des Hochmutes, des Ehrgeizes, der Verleumdung, des Neides hin und her
geworfen, blicke auf den Stern, rufe Maria an. Wenn der Zorn, der Geiz, die
Fleischeslust das Schiff deiner Seele hin und her schleudern, blicke auf Maria!
Bist du über die Schwere deiner Sünden bestürzt, über den elenden Zustand
deiner Seele beschämt, bist du von Schrecken erfasst bei dem Gedanken an das
Gericht, beginnst du immer tiefer in den Abgrund der Trostlosigkeit und der
Verzweiflung zu sinken, denke an Maria!
Mitten in
Gefahren, Nöten und Unsicherheiten denke an Maria, rufe Maria an. Ihr Name
weiche nicht aus deinem Mund, weiche nicht aus deinem Herzen! Damit du aber
ihre Hilfe und Fürbitte erlangest, vergiss nicht ihr Vorbild nachzuahmen.
Folge
ihr, dann wirst du dich nicht verirren. Rufe sie an, dann kannst du nicht
verzweifeln, denk an sie, dann irrst du nicht. Hält sie dich fest, kannst du
nicht fallen. Schützt sie dich, dann fürchte nichts! Führt sie dich, wirst du
nicht müde. Ist sie dir gnädig, dann kommst du sicher ans Ziel!“
Bernhard von Clairvaux, In laudibus Virginis
Matris, Homilia 2,17
Donnerstag, 11. August 2016 - Beginn der "Berhardsnovene" um geistliche Berufungen für unser Kloster und unseren Orden -
Beten Sie mit uns! (vom 11.8 - 20.8.2016)
Bernhardsnovene um geistliche Berufungen
Heilige Maria, Mutter Gottes! – Alle: Bitte für uns!
Lasset uns beten.
Auf die Fürsprache unseres heiligen Vaters Bernhard, der unermüdlich Menschen für die Nachfolge Christi zu begeistern suchte, beten wir für unsere Abtei-Waldsassen
Gib, Herr, dass viele Frauen und Mädchen entschlossen dem Ruf Deiner Liebe folgen.
Alle: Bitte für uns!
Wecke in ihren Herzen das Verlangen, / vollkommen nach dem Geist des Evangeliums zu leben / und sich selbstlos hinzugeben im Dienst an der Kirche. / Lass sie bereit sein für alle Menschen, / die ihrer helfenden Hand und ihrer barmherzigen Liebe bedürfen.
Alle: Bitte für uns!
Du hast mit Vollmacht nur jene berufen, die Du wolltest, und Sie in der Nachfolge geduldig und liebevoll gebildet. Wähle Du selbst jene Frauen aus dem Volke Gottes, / die Du in Deinen Dienst und Deine besondere Nachfolge berufen willst. / Gib ihnen den Mut und die Gnade, / Deinen Ruf zu hören, zu erkennen und anzunehmen. / Lass nicht zu, dass eine Berufene nicht auf Dich hört / Lass aber auch nicht zu, dass sich Unberufene in Dein Heiligtum eindrängen / und zum Anlass des Niederganges in unserem Kloster werden.
Wir bitten dich erhöre uns
Wir empfehlen Dir, göttlicher Herr, besonders die Klöster unserer Kongregation und unseren Orden. Gib, dass wir in der Liebe wachsen / und den Anfängen unserer Berufung treu bleiben bis zum Tod. / Mehre unsere Gemeinschaften / und festige alle, die Du berufen hast, in ihrem Dienst. / Mache unsere Klöster zu ausstrahlenden Orten des Gotteslobes / und des frohen Dienstes an den uns anvertrauten Brüdern und Schwestern. / Lass uns durch unser Beten und Arbeiten beitragen zur Neuevangelisierung der Welt.
Heilige Maria, in den Himmel aufgenommen!
Heilige Maria, Du Patronin des Zisterzienserordens!
Heiliger Bernhard, Du Erneuerer des klösterlichen Lebens!
Heiliger Bernhard, Du Förderer geistlicher Berufe!
Heiliger Bernhard, Du Künder der Wahrheit!
Heiliger Vater Benedikt!
Hl.Evangelist Johannes und ihr Hl.Leiber von Waldsassen
Schmerzensmutter von Waldsassen
Allmächtiger Gott, Du hast unseren heiligen Vater Bernhard mit brennender Sorge für Deine Kirche erfüllt und ihn in den Wirren seiner Zeit zu einem hellen Licht gemacht. Erwecke auch heute Menschen, die vom Geist Christi ergriffen sind und als Kinder des Lichtes leben. Darum bitten wir durch Christus unseren Herrn.
Alle: Amen.